Treffen 2009

 

 

 

Das siebte Landmaschinen-Treffen, Diedenbergen, ließ keine Wünsche offen

 

Das diesjährige 7. Landmaschinen- und Oldtimertreffen des Vereins Historische Landmaschinen Diedenbergen zog wieder einmal tausende von Besuchern auf die Speedwaybahn. Nachdem sich das Traktoren-Fest in den letzten Jahren zu einem Mega-Event hochentwickelt hat, wurden auch an diesem Wochenende die Erwartungen aller Beteiligter mehr als erfüllt. „Jedes Jahr haben wir phantastisches Wetter! Das Wochenende ist ideal, um ein Fest zu veranstalten!“ freut sich Bäcker Heislitz, der in seinem Stand mit integriertem Backofen die ersten Besucher am Samstag Nachmittag mit Latte Macchiato versorgt. Aber nicht nur die Naturgewalt in Sachen Wetter spielte mit, sondern das gesamte von der HLD organisierte Rahmenprogramm war stimmig und bot mit der Präsentation der historischen Fahrzeuge und unterschiedlichen Animations-Vorführungen, sowie der kulinarischen Versorgung der Besucher ein buntes Angebot - nicht nur für Traktor- und Technikbegeisterte. „Es soll ein Fest für die ganze Familie sein“, betont der Vereinsvorsitzende Anno Respondek, deshalb hat man sich mit einer Hüpfburg und Mini-Quads auch ausreichend um den Spaßfaktor für Kinder gekümmert. Andere Highlights waren außerdem der sonntägliche Ochs am Spieß, als kulinarische Einzigartigkeit im Rhein-Main-Gebiet, sowie ein Traktoren-Laufsteg, über den besondere Ausstellungsstücke dem Publikum vorgeführt wurden.

Während der Samstag als Auftakt-Tag eher „Insider“ und Technikfans anlockt, gilt der Sonntag als Familientag, an dem auch viele Besucher von weiter her hier anreisen, um an der schönen Atmosphäre des Treffens teilzuhaben. Die Besucherzahl sei an diesem Tag fast drei mal so hoch gewesen, berichtet uns Gaby Farnbacher, die Kassenwärtin des Vereins. Seit der Gründung der HLD ist sie dabei und hilft alljährlich bei dem Großevent. Die Atmosphäre am Samstag ist auf seine Art ebenso familiär, allerdings eher auf der Ebene der Orts- und Umgebungsansässigen. Am Nachmittag haben sich bereits viele am Getränkestand eingefunden, zum Fachsimpeln über Maschinen und Technik, oder einfach zum geselligen „Klönschnack“ bei ein oder zwei Bierchen. Ein eingefleischter Besucher, der mit seiner Frau jedes Jahr in seinem Wohnwagen auf das Speedwaygelände anreist, erzählt begeistert, wie sich im letzten Jahr mehrere Camper zusammengetan haben, um im Anschluss an das Traktor-Treffen eine Woche gemeinsam weiter zu touren. Auch die Bürgermeisterin, Gisela Stang und Ortsvorsteher Klaus Ernst drehten ihre Runden über das Fest und mischten sich unter die Besucher.

Durch die „Traktoren-Allee“ konnte man schlendern und die ausgestellten Technikschätze bewundern. Bevor die angereisten Gefährte zu Exponaten werden, passieren sie eine Registrierungszufahrt und erhalten ein Schild, auf dem Informationen über Baujahr, Restaurierung und Herkunft eingetragen werden. Aufmerksam beobachtet der Einfahrtswächter Eckhardt Mackeldei die Neuankömmlinge, die in der Zufahrt Schlange stehen. „Die kommen teilweise von weit her. Den Rekord hält zur Zeit einer von ganz weit drüben.“ Die Ausstellungsstücke von Traktoren, Oldtimern und unterschiedlichen landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten der Marken MAN, Hanomag [...] wurden teilweise sehr zeit- und kostenaufwendig restauriert und zu wahren Raritäten umgestaltet. Auch an einigen Anhängern konnte man deutlich das Tüftlertalent und die Liebe zum Detail erkennen. Norbert Müller, der 2. Vorsitzende des Vereins, nächtigte während des Fests in einem selbst entworfenen und gezimmerten (?) Schäferwagen mit einer Komplettausstattung von Bett, Ofen, sowie in die Holzwände integrierten Schränken und Schubladen. Beim Blick in das Mini-Domizil würde jedes Scharzwald-Hotel vor Neid erblassen. Der gelernte Schlosser bastelt leidenschaftlich gerne in seiner Scheune an den unterschiedlichsten Gefährten herum, entwirft neue Ideen und engagiert sich unermüdlich für den von ihm mitgegründeten Verein. Auch der Heislitz`sche Backwagen stammt von ihm. Doch die Organisation und Umsetzung eines so riesigen Events stellt sich nicht ausschließlich als Zuckerschlecken dar: „Man unterschätzt völlig den Arbeitsaufwand, der hinter dem ganzen Fest steht“, sagt er. Eigentlich bräuchte er nach dieser Woche mitsamt allen Vorbereitungen erstmal Urlaub. Aber die Mühe hat sich in jedem Fall gelohnt!

Auch die Befürchtung, dass durch die vorausgegangenen Auseinandersetzungen mit einer Gruppe von Roma-Campern, die hinter dem Speedwaygelände ihr Lager aufschlugen, die Stimmung getrübt werden könnte, hat sich nicht bewahrheitet. Zwar musste der HLD eine Parkplatzfläche für die Wohnwagen der Roma, denen das Campen vom Vorsitzenden Motorsportvereins Diedenbergen (?) ohne Absprache mit den Organisatoren des Traktorfests zugesagt wurde, abtreten, aber die Atmosphäre erlitt hierdurch in keiner Weise einen Abbruch und das Wochenende verlief friedlich. Alles in Allem wurde auch das 7. Traktortreffen wieder zu einem riesen Erfolg. Wir freuen uns auf das kommende und sind gespannt, was sich die Mitglieder des HLD für das nächste Jahr ausdenken werden.